krapfentest (I)
leilei, hellau, alaaf - bei den einen heißts karneval, bei den anderen fasching, gleich ist allen jedoch der faschingskrapfen. nachdem es ja in den letzten paar jahren so geschmacksverirrungen wie caipirinha-krapfen oder schwarzwälder-krapfen gab, steht dieses jahr der große krapfen-test an. um es klarzustellen: es geht um die besten, normalen krapfen. und nur einer kann der gewinner sein.

merkmale des gewinnerkrapfens sollten sein: weich, rund, mit puderzucker und mit aprikosenmarmelade.
bisher schauts meiner meinung nach so aus:
die backstube: leider der loser. die krapfen sind mit roter marmelade gefüllt - ohne dass es irgendwo steht. fast hätten sies geschafft, mich mit ihrer erdbeerpampe ins jenseits zu befördern. allein deshalb leider durchgefallen, die restlichen kriterien konnten aufgrund des extremen gesundheitsrisikos nicht bewertet werden.
wimmer: “da hab ich mir aber besseres erwartet”, um meinen prüfer in geschichte zu zitieren. schmeckt nicht so gut, weil man das fett, in dem sie rausgebraten werden, schmeckt und das ist nicht so das geschmackserlebnis deluxe. die oberfläche ist nicht weich, also da brechen stücke ab. zuviel puderzucker. alles in allem nicht so tasty, obwohl die art und konsistenz der aprikosenmarmelade einiges rausreißt, weil sie nicht so flüssig ist wie bei den meisten anderen.
müller: der prototyp des krapfen. genormte form, genormte (vermutlich abgewogene) menge puderzucker drauf, durchschnittsmarmelade. ein ganz normaler krapfen, aber echt okay für den müller. brezn und krapfen kann er halt.
rischart: der gewinner bis jetzt! fein im geschmack. da bricht die oberfläche nicht, da tropft keine marmelade, da schmeckt nichts nach den vier krapfen, die die frau in der warteschlange vor einem gekauft hat. bis jetzt der gewinner - ganz ohne frage.
bis fasching sinds noch drei wochen, da heißts noch ein paar krapfen essen. unterstützung ist gefragt und die von der mama zählen nicht. sicher seh ich es als teil meiner kulturellen herkunft, die krapfen quasi “beim feind” zu testen. und ja, die krapfen- und auch meine heimat seh ich ja so bald nicht. in diesem sinne, ein ordentliches leilei und schon mal viel spaß im fasching!
song des tages: 99 problems von jay-z
laune: gut, weil erst um 20:15 uhr wieder aufgestanden
February 3rd, 2006 at 10:29 pm
Der Müller kann Brezen? Na, ich weiß ja nicht…
Teste bitte auch mal den Höflinger! Mein Lieblingsbäcker, trotz “Brez’nmacherei” (uäh!) in der Schranne.
Filialen siehe hier:
http://www.baeckerei-hoeflinger.de/filialen/filialen.htm
February 6th, 2006 at 4:55 pm
Tipp: Teste mal die Krapfen vom Backspielhaus oder vom Cafe Eisenrieder (Café Münchner Freiheit/Kunsthalle) - die sind eigentlich meine Favoriten. Lange gehörte auch Bodo dazu, aber nachdem die zweimal schon nach altem Fett geschmeckt haben, war’s das.
February 6th, 2006 at 6:14 pm
schokokrapfen bei rischart - hammer!
February 6th, 2006 at 9:48 pm
Ziehe meine Höflinger-Werbung wieder zurück, da Krapfen am Sonntag todesmutig selbst getestet. Was man nicht alles tut für die Wissenschaft. Teig: für den Preis ok und schön locker, aber: eine total widerliche Marmelade, farblich zwischen unreifen Erdbeeren und irgendwas gelbem (?) und geschmacklich für mich schlicht undefinierbar. Könnte nicht mal sagen ob Beere, Steinobst oder Zitrusfrucht. Pfui deibel!
February 7th, 2006 at 9:45 am
Also ich finde auf jeden Fall auch die Krapfen der Hofpfisterei und vom Fritz einen Versuch wert. Und bei meiner Bäckerei um die Ecke Güntner und Schmidt gibt es auch leckere Krapfen. Wer hat die vom Zöttel schon getestet?
Auf jden fall immer gut sind die vom Rischart. Was ich nicht verstehen kann, ist wie man Brezen und Krapfen von Müller mögen kann. Das auf den Krapfen ist nicht mal echter Puderzucker!
February 7th, 2006 at 10:22 pm
Also, schon immer mein Favorit: Bäcker Reis in Solln. Unschlagabar.
February 9th, 2006 at 10:29 am
Mich irritiert ja, dass hier keine Hagebuttenmarmelade (aka Hiffenmark) in den Krapfen ist, sondern Aprikosenmarmelade!?
Fürchte das ist wieder so eine fränkische Tradition - könnte das aber wärmstens empfehlen!
Hatte kürzlich einen Cappuccino-Krapfen, der widererwarten recht lecker, wenn auch nur entfernt krapfenähnlich war. Und auch der Mangokrapfen war recht ordentlich - auf die dicke Zuckerglasur hätte ich allerdings verzichten können.
February 9th, 2006 at 2:51 pm
Hagebuttengelee ist m.E. der einzig würdige Ersatz für Aprikosenmarmelade. Wobei ich mir Ribisl-Krapfen auch ganz gut vorstellen kann (kann mir mal eben jemand einen backen?).
Alle neumodischen Krapfen-Abarten lehne ich aus religiösen Gründen ab.
February 10th, 2006 at 4:15 pm
Und ich kann noch zwei Krapfen-News beisteuern - die letzten Tage probiert: Neulinger (nur für Neuhausener) - super! und von Herrmannsdorfer (ja, ich werd immer biologischer) - auch gut.
November 9th, 2006 at 3:52 pm
[...] so, wieder sitz ich in der arbeit (oberhalb des berges, auf der anderen seite der isar) und wieder ess ich mein mittagessen: eine breze. ohne butter, ohne alles - eine breze halt. und ich weiß, es heißt vielleicht “brezn”, aber ich sag ach gern mal “brezel”. das alles tut hier jetzt aber nichts zur sache. sie schmeckt nämlich nicht so wahnsinnig lecker. ich hab ja schonmal einen lebensmitteltest durchgeführt und mir scheint es, als sei kurz vor faschingsbeginn am 11.11. der richtige zeitpunkt nahrungstestreihe nummer 2 zu starten. star der umfrage ist - wie sollte es anders sein - die breze. wo gibts die beste? was macht sie zu besten? wieviel kostet sie? [...]