woanders. mit der zeitmaschine hin.
“with a nightlife like this, who needs berlin?” hat nicht nur die new york times, sondern auch mal ein kollege von mir gefragt. stimmt schon, in münchen eröffnet einer neuer laden, eine neue bar nach dem oder der nächsten. alte bekannte wie die 1. liga oder der ksar kommen wieder - aber sind sie auch besser? sind die, die geblieben sind, noch so gut?
öfter mal was neues: gestern ging es ausnahmsweise mal am cord in der sonnenstraße vorbei und ja, woanders hin. der woanders-club. ich wusste gar nicht, dass woanders auch gleich zeitreise bedeutet: an der kasse sitzt jemand aus burghausen, drinnen laufen songs von bands, die zu glanzzeiten des britpops in den neunzigern mal von semibekannten bands als next big thing quotiert wurden - aber nur deren b-seiten. kaum jemand kennts, aber hey - die mädels mit leggins und jersey-minikleidern, die aus dem letzten bus aus richtung “early 90s big time” ausgestiegen sind, kennen alle songs, gitarrensoli und außerdem alle jungs mit halblangen haaren und ringel-t-shirts. da störts auch keinen mehr, dass zwei wie mit fünfzehn bei ner teen-party auf dem tanzflächenboden liegen und sich im nächsten moment vielleicht die ringelt-shirts, silber ballerinas und leggins vom leib reißen. mein gedanke: “c’mon guys, get a f***in’ room.” als die stone roses, the notwist, die pixies oder auch die grandiosen charlatans liefen, hab ich mich gefreut. - und wurde sicher als mainstream-bitch verschrien. von wem? von den typen, deren britpop-frisur angeboren ist und die zum rythmus der ganz eigenen melodie in ihrem kopf am tegernseer nippten. sehr interessant, fast wie im streichelzoo, einer anderen galaxie oder einfach vor dreizehn oder zwölf jahren. aber ab und zu ist sowas ja gut, anders eben.

nächstes mal wieder woanders hin. bitte.
was halte ich jetzt von dort, von woanders? mal woanders gewesen, ja, das schon. mal in vor dreizehn jahren wieder vorbeigeschaut. mal suedes animal nitrate wieder an den ersten takten erkannt. hätte man den kickerraum mal aufgeräumt und nicht halbscharig mit einer plastikfolie verhängt, wärs vielleicht sogar lustig gewesen. aber ich glaub, das woanders will gar nicht lustig sein, sondern cool. vielleicht die nächste stufe nach dem atomic? münchens nächstes großes wohnzimmer für alle mit ganz bestimmten gesichtern?
jedoch, und das lass ich mir nicht ausreden: nicht alles neue ist hip, cool, toll, lo mejor. weil: bevor wir woanders hingingen, waren wir im padres. als wir gingen, sind wir am cord vorbei. und beides sagte mir sogar gestern abend um vier noch mehr zu. oder aber ich bin vielleicht einfach nicht elfe genug für sigur ros und “all but american alternative” in clubs. aber wie war das nochmal mit den pixies? achja, boston, new-england, i forgot.
song des tages: road trippin von den chili peppers.
sententia: es wird nie so sein wie woanders.
laune: gut. alles cool.