ja, so ists und nicht anders: cuba hat geweint. sämtliche freiheiten, die sich dieses land mit dem getränk cuba libre erfochten hat, mussten heute leiden. wäre der fidel dabei gewesen, er hätte den barkeeper ermorden lassen. aber von anfang:
nach einer grandiosen vorstellung von josef hader und seinen sechs alter egos im audimax, musste man das nette gespräch mit dem netten herrn aus dem waldviertel noch etwas revue passieren lassen. also, weiter rein in die maxvorstadt. das felix kam uns grad recht. da wussten wir aber auch noch nicht, dass die keine ahnung haben.
auf meine frage hin, ob die den cuba libre nur mit havanna club machen hieß es: “der gehört auch so. kannst ja im schumanns nachfragen.” - schumanns my ass. wer mir erzählen will, dass anständige leute des spanischen sprachraums auch nur einmal freiwillig einen cuba libre mit dem spiritus-artigen havanna club 3 anyos trinken (und damit nicht fenster putzen), war entweder noch nie in spanien oder lateinamerika oder hat keinen geschmackssinn mehr. wie nannte es monsieur begleiter? “rachenputzer”. ja, genau, wenn man nicht blind davon wird (unwahrscheinlich), werden wenigstens alle gut- und bösartigen bakterienkulturen in hals, rachen, speiseröhren- und magengegend vehement und gekonnt abgetötet. naja, des barkeepers unwissen schlicht und einfach als “er kann ja nicht alles wissen”-einsicht akzeptiert und schließlcih bestellt, “aber bitte mit dem sieben jahre alten havanna.” 18 euro für zwei exemplare gelöhnt. 18 euro.
hätte ich nicht 18 euro gezahlt und wäre die art und weise des etablissements deutlich unschick, boaz’nhaft gewesen, es hätte mich nicht gewundert, das getränk in einem seichten hellbraun-ton, ohne limetten/zitronen und ohne eigene 0.33l-coke zu erhalten. ich mein, kein geheimnis, bacardi cola aus der dose sieht genau so aus.
aber anscheinend haben wir nicht die ausreichend dämliche bwler-fresse oder das juristen-gschau beinander, dass wir dafür würdig wären, für die eigene coke. geschmeckt hat der cuba grässlich, uns beiden war furchtbar schlecht - kein wunder, wenn der eine blind wird (ob des fälschlicherweise in der flasche havanna 7 anyos aufbewahrten methanols) und die andere zentimeter um zentimeter ihrer speiseröhre und magenschleimhaut davonätzen spürt.
waren letzte woche im woanders club sechs euro eintritt grund genug zu bleiben, waren es diese woche ernsthafte gesundheitliche zukunftsprobleme, die uns gehen ließen - lange bevor der drink zu ende war. einer für beide hätte gelangt: uns wäre trotzdem schlecht gewesen. aber hey, ich schmeiß gern geld für schäbige getränke und blöde sprüche raus.
barkeeper sollten ihren job verstehen und vor allem dessen ethos. wenn es schon keinen cacique oder barceló gibt, weil sie in deutschland als exoten gelten, dann sollte man doch immerhin wissen, dass es sie gibt und dass es schmackhaftere alternativen gibt als den jamaica-rum-verschnitt aus verschiedenen ländern der karibik, der uns heute als “siete anyos” angedreht wurde.
aus zwei gut gelaunten menschen nach dem hader wurden ein enfermo und eine enfadada. es war ganz pfui teufel. und studiert man nicht bwl, jura oder sowas oder hat man einfach lust auf nen guten drink: don’t dare going there. methanol ist keine lösung.
zum glück liegen zwei flascherl cacique im küchenregal. zum glück liegt eine tankstelle auf dem weg nach hause. zum glück hat die nicht konkurs angemeldet. und zum glück hat sie mir limetten und zitronen geschenkt. so trinke ich nun meinen cacique mit cola, der runtergeht wie öl und mich zur persona de muy buen humor macht. und cuba wieder frei.

so und nicht anders: fein. asi asi asi. so frei ist cuba.
ich weiß, es gibt wichtigeres als drinks. aber sie sind bestandteil meiner quality time, meines wochenendes. wer jetzt nochmal behauptet: “aber, ursi, unwissende, cuba libre gehört echt und wirklich mit havanna club!” soll entweder etwa die mitte dieses beitrags nochmal lesen oder schichtweg akzeptieren, dass cuba libre allgemein das getränk “ron con cola, hielo y un trozo de limón” ist. und für 8,50 euro/drink erwarte sogar ich etwas. und immerhin sollten sich drink und sprüche an dämlichkeit nicht überbieten. kein felix für mich mehr.
song des tages: i know why von sheryl crow.
sententia: queremos elegir libremente nuestro destino.
laune: super, jetzt.