haben sie wien schon bei nacht gesehen?

ja, schon eigentlich. und - was soll ich sagen? war ne ganz schön coole zeit dort. als wir am freitag abend mit satten 1,5 stunden verspätung ankamen und endlich das hostel gefunden hatten, da hab ich mich gleich zuhause gefühlt:

am westbahnhof, neben dem westendcafe und mit nutten und pimps auf der straße. landsbergerstraße = äußere mariahilferstraße. hostel cool, wien cool, dönermesserdiebstahl beobachtet, würstelstand gecheckt und die “oatrigen” für deluxe befunden.

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das rathaus am dr.-karl-lueger-ring

samstag hab ich, der kulturnazi, bettina über die mariahilfer zum museumsquartier gelockt. und weil ja am sonntag wahl im vielgeliebten österreich war, hatten sich sämtliche parteien in der innenstadt eingemietet: während die spö feine cabanossi verteilt hat, hat die övp umsonst (wie wir inzwischen wissen) surprise-sackerl und stanitzel ausgegeben: schals, einkaufsmakerl, die hymne auf postkarten, fußball-quiz (ja, verarschen konnten die ösis sich schon immer gut), energy-drinks und achja, wahlprogramme. die grünen waren nur relativ harmlos vor der oper mit taschentüchern, traubenzucker und van der bellen vertreten. da konnte selbst der urgschmeidige mq-man nicht mehr helfen. jedenfalls - programm: museumsplatz, uni, volksgarten, burgtheater, parlament, rathaus mit park, steffl, kärtner straße, naschmarkt, mq, staatsoper von außen, oberlaa am naschmarkt, theater an der wien. alles hat sie sich brav mit angeschaut, die beetsie.

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die beetsie am naschmarkt am samstag abend.

abends gings dann an die stadtbahnbögen, die von oskar miller im auftrag von dem, der alles machte (der dr. lueger), gebaut wurden. das chelsea. quasi das cord von wien. aber der spritzer nur 1,80€, der cuba 3,10€. alles easy also.

sonntag war dann schloss- und große friedhofstour angesagt mit einem mehr als überraschenden ende. belvedere - der gärtner gräbt um, deshalb sieht man nix von der schönen parkanlage zwischen oberen und unterem belvedere. dafür hat man nach wie vor einen schönen blick übder die stadt bis hin zu den hügeln vom wienerwald. leiwand! danach sind wir dann mit der bim zur haltestelle “zentralfriedhof, tor 2″ gefahren. der friedhof ist eh riesig und erst als wir gingen, fiel uns ein, dass der falco hier auch wo liegen muss, aber sicher nicht dort, wo wir waren, bei den ehrengräbern von markart, strauss und konsorten. viel schöner und angenehmer, vermutlich weil nicht mehr benutzt, ist der st. marxer friedhof. gegenüber vom urhässlichen, asymmetrischen t-online-gebäude findet sich europas einziger biedermeier-friedhof. mozart wurde dort in ein massengrab geworfen, ebenso der erfinder der nähmaschine. das machts aber nicht aus: das laub sieht verwelkter aus, die grabsteine sind mit spinnweben und efeu zugehangen, manche grabsteine sind auch nicht mehr ganz geschlossen. jedenfalls in der wärme der nachmittäglichen herbstsonne war es ein sehr schöner anblick. finally, glück gehabt: sonntag abend haben wir in der wiener staatsoper verbracht. logenkarten für die zauberflöte bescherten uns einen wirklich unvergesslichen abend.

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die oper. die oper!!! von innen!!!

wie es abends in ottakring zugeht, wieso mancher spanier seit sechs jahren in wien lebt und wieviel treppen man steigen muss, um auf den südturm des steffls zu gelangen - das alles beim nächsten mal.

song des tages: sam’s town von den killers.
laune: sehr gut. die neue, kurzhaarige ursi hat die leiden der impfungen überstanden.
sentenia: his aedibus adhaeret concors populorum amor. (bitte übersetzen, ich meins ernst; ich überleg immer noch - sieht man ja auf dem foto unten)

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ich überleg - noch langhaarig - mit großem
latinum an den stufen der hofburg.

11 Responses to “haben sie wien schon bei nacht gesehen?”

  1. kreuzblogger Says:

    ich glaub ich muss auch bald wieder nach wien. ich hab eine unglaubliche schwäche für diese stadt ( und teilweise auch für ihre bewohner ). vielleicht weil mir die donau so vertraut ist.

  2. Dr.Sno* Says:

    Wien ist ein Kaff (und ich hab’s heute sogar an…)

  3. Felix Says:

    Da schließ ich mich an: Wien ist geil.
    Aber ich bin generell austrophil und der Dialekt macht mich wuschig.

    Was würd ich drum geben, in der Abteilung von dem einen Österreicher bei uns zu arbeiten und ihm bei Besprechungen etc und überhaupt tagtäglich lauschen zu dürfen.

  4. cohu Says:

    Ooooh, ich war noch NIE in Wien. Aber so weit ist das ja nicht, vielleicht klappts im Winter mal?

  5. Veit Wittmann Says:

    Ja, mei, Wien, mein (in dem Fall wohl besser: unser) Wien.

    Ich bin neidisch. Mag auch wieder hin. Aber im Winter ists aa schee! Vor allem mit Schnee, einer Eitrigen und einem Sechszehner Blech!

    P.S. Habe Wien schon bei Nacht gesehen. Warts ihr eigentlich auch im Palmengarten oder wie dieses famose Teil neben dem Heldenplatz heißt? Grandioser Schuppen!

  6. Ursi Says:

    servus veit. mensch, ich dachte schon, du schreibt die antwort des latein-rätsels, alter humanist!

    nö, wir waren weder im palmengarten noch im schmetterlinsghaus noch im club volksgarten mit organgerie (ich glaub, du meinst den). dafür - wie im oberen beitrag erwähnt - waren wir in der heimat des sechzehner blechs. geh, aa ned schlöcht. ;-)

  7. Botsch Says:

    Oh schön, Wien. Hat mir bei meinem bisher einzigen Besuch auch sehr gut gefallen.
    Zum Rätsel: “Diese Häuser verbindet die einmütige Lieber der Völker”, oder so ähnlich.

  8. Ursi Says:

    @ botsch: das kann es nicht sein. haus -> edificium; stamm muss aedis, -is sein, casus dativ oder ablativ…. damn it.

  9. Botsch Says:

    aedis, is = (Gottes-)Haus, Tempel

  10. ursi Says:

    in tiefer ehrfurcht sinke ich auf meine knie nieder. und danke dir. endlich weiß ichs und kann wieder ruhig schlafen. echt jetzt.

  11. Botsch Says:

    Fein, freut mich :-) Aber danke nicht mir, sondern meiner Frau, die ist Lateinlehrerin. Mein Latinum liegt 15 Jahre zurück…davon ist praktisch nix mehr übrig ;-)

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