rad-geschichte 01/07

eigentlich müsste es 01/02/07 lauten, aber das ist zu umständlich. also, ein post - zwei geschichten.

geschichte eins
jemand hat am wochenende meinen hinterreifen zerstört. ich weiß nicht, ob es der  nur vom fakir zu bewältigende scherbenteppich zwischen nachtgalerie und m-park war (ja, meine damen und auch herren, hier wohne ich!) oder der volldepp, der mir auch meinen mit kabelbindern festgezurrten radlkorb geklaut hat, war. jedenfalls hieß es: schlauchwechsel, weil mit flicken beschäftige ich mich ja so ungern. gut, gestern abend rad richtig drapiert, schraubenschlüssel (immer den 15er!) gezückt und los. - bewegt sich nix. kommen zwei knaben meines alters daher, sag ich “he, ihr seht so aus als könntet ihr das: schrauben locker machen” ja, konnten die auch. dann hab ich angefangen, fachmännisch mein hinterrad aus allem, was es fest hielt, zu lösen. der ipod mit vorhin geposteter playlist läuft, die sonne scheint - plötzlich taucht in meinem blickwinkel ein gesicht auf: “brauchst hilfe?” - “seh ich so armselig aus?” - “nö, aber zu zweit gehts schneller!”. okay, der große unbekannte hat die drecksarbeit (ich mein echt dreck, radlschmier’ nämlich)  allein erledigt, ich war nur noch für die bespaßung zuständig. obwohl ich den dr. sno* um eine zeichnung gebeten habe, kann ich aber natürlich auch selber einen radschlauch wechseln und auch ein bremsseil neu einziehen. aber trotzdem wars nett, schließlich nciht allein mit schmierbratzen da zu stehen.


offensichtlich sah es bei mir besser aus.

geschichte zwei
das radl läuft wie geschmiert (jetzt aber echt!). auf dem heimweg von der arbeit: ich bin blendendst gelaunt, es war nämlich ein außerordentlich guter, ja nahezu perfekter tag. der ipod liegt im rotkäppchen-körberl, ich radel meines weges, also komplett ohne ablenkung, um genau zu sein auf der prinze. da ists ja nun recht bersichtlich - kaum bäume, keine parkenden autos. trotzdem schafft es doch eine unglaubliche bauerntrutschn einfach mal so rechts in die oettingen abzubiegen. ja, nee, is klar, bei dem wetter radelt sicher keiner bei grün, soviel eis, regen und schnee wie es dieser tage so hat. dieser keiner war natürlich ich. zum glück hab ich aber schon gebremst, ein wenig zumindest. trotzdem hat es mich zerlegt: nicht auf den boden, sondern in einem kleinen, feinen, schicken, engen winkel zwischen meinem rad und kotflügel. das fahrende mädchen schaut mich geschockt und entgeistert an, die beifahrende mutter reißt sich zusammen, steigt aus und schlägt die hände vor den mund: “um gottes willen!”

ob mir was passiert sei (nein), ob ich nicht noch kurz stehen bleiben will, falls mir übel würde (nein, für so einen krampf hab ich echt keine zeit), ob man fahrrad noch ginge (ja, aber den geklauten radlkorb und das neue einstellen der schaltung könnte sie eigentlich schon zahlen). ich schau derweil verstohlen auf das auto: gut gemacht - einen gescheiten kratzer reingefahren und den außenspiegel bis zum abbrechen verdreht. “so gehörts euch blinden volldeppen”, denk ich noch. mutter sieht mich an: “wirklich alles gut?” -”jaja, das passt schon. aber vielleicht könnten sie ihrer tochter sagen, dass sie mal besser aufpassen soll, weil wirklich auto fahren kann sie halt nicht. aufpassen und schauen sind halt ab und zu schon von vorteil.” - mensch, war ich aber gut gelaunt heute, was? die tochter hat schon die polizei kommen sehen, aber das kenn ich schon: dann wars auf dem radlweg und ich bin wieder zu 2/3 schuld, mir muss noch im nachhinein der ellbogen gebrochen werden und durch zwei, drei feste tritte müssten blaue flecken und eine jochbein-/rippen-/knieprellung herbei geführt werden. zu viel arbeit für heute, zu schön war der tag. ich glaub, mir fehlt nix.

song des tages: “those dancing days are gone” von der bruni.
sententia: awake is the new sleep.
laune: sag ich doch - deluxe. wenigstens weiß ich diesmal, woher die blauen flecken kommen, falls sie denn kommen sollten.

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