welcome to guantanamo, rostock, germany.

heut wirds politisch. nicht nur, weil mich diese großkopferten hinter ihrem 12,8 mio. euro-nato-zaun so ankotzen, weil sie sich hinter stacheldraht verbarrikadieren müssen, um über die zukunft der menschen zu entscheiden, die sie gewählt haben, nein. es geht um ein “gefangenenlager” bei rostock.

dort werden die randalierer, welcher definition auch immer folgend, festgehalten. auf 2,5 quadratmeter, käfig, 24-stunden licht - was will man mehr?! und komischerweise spricht die dafür zuständige, die das auf spiegel online erklärt, auch immer von “gefangenen”. sounds nice, genau.

klar, steine werfen ist gar nicht die feine art und das kann man auch nicht so einfach durchgehen lassen. wenn man allerdings den friedlichen demonstranten glauben schenkt, wie etwa dem aus den tagesthemen gestern abend, dann geht es da oben anders zu: schnell und ohne groß rumzumachen nämlich. zur falschen zeit am falschen ort? - ja, da kannst dann schon mal eine nacht in der zelle verbringen.

ists nicht schön, dass guantanmo jetzt auch vor der haustüre stattfinden kann?! - my f***ing ass.

wie es aber schon von vorneherein deutlich war, steht merkels hauptanliegen, the klimawandel, leider nun wieder hinten an: denn nur ein halber tag bush und putin in einem ort, lassen “neuer kalter krieg” und “aufrüstung” ganz flink das kommando in den nachrichten, respektive auch auf der tagung, übernehmen. was wirklich wichtig ist? vielleicht gibt es die antwort darauf eher auf dem “deine-stimme-gegen-armut”-konzert. aber nee, so ein paar raketen würden ja nicht die staatsverschuldung eines mittelgroßen afrikanischen staates für ein jahr tilgen. schon klar.

laune: eigentlich gut, solange man mir nicht “g 8 ist toll!” entgegenschreit.
song des tages: “i fought the law” - ja, das singense auch noch die beatsteaks. oder auch the clash.
sententia: gutes gewissen für 2,50 €.

7 Responses to “welcome to guantanamo, rostock, germany.”

  1. cohu Says:

    Wenn mich nicht alles täuscht, sind die Zellen 25qm, nicht 2,5qm groß. Vermutlich aber trotzdem nicht besonders gemütlich :-)

  2. ursi Says:

    @ cohu: du täuschst dich. 2,5 quadratmeter, kommt ja auch so im spiegel-beitrag vor. 25 quadratmeter wären ja fast meine halbe wohnung. und das wär ja dann so, wie wenn die paris schon wieder frei käme und in der luxus-villa ihre haftstrafe verbüßen müsste. 2,5 quadratmeter und sicher alles andere als “gemütlich”, sondern vielmehr schlichtweg eine frechheit.

  3. cohu Says:

    Im Spiegel-Beitrag nennt die Polizeisprecherin die Zahl “mindestens 2,5 qm pro Person”. Das ist keine Aussage darüber, wie groß die Zellen sind (man kann ja mehrere Leute in eine Zelle tun).
    Im Spiegel-Textbeitrag ist außerdem von Zellen mit 5 Meter Kantenlänge die Rede. Ich gehe stark davon aus, dass diese Zellen 2 Kanten á 5 Meter haben (=25qm für maximal 10 Leute) und nicht eine Kante mit 5 und eine zweite Kante mit… rechen, rechen…50cm (=2,5qm). Denn da würden Menschen nur schlecht reinpassen.
    Ein besseres Wort als “Gefangene” fällt mir für die Leute auch nicht ein. Unpassend wäre “Häftlinge”, aber gefangengehalten werden sie nun mal…

  4. David Says:

    In der WELT steht, dass die Käfige 25 qm groß waren.

    http://www.welt.de/politik/article933381/Anwaelte_stellen_Strafanzeige_wegen_Kaefigzellen.html

  5. ursi Says:

    achso, ja dann… dann find ich die ganze aktion auch nicht mehr so schlimm. gut, ist die zellengröße insgesamt größer, aber trotzdem werde ich irgendwie das gefühl nicht los, dass mir das alles komplett gegen den strich geht. allein die möglichkeit, dass jemand ohne konkrete anhörung eventuell auf von mir aus drei metern platz festgehalten wird oder inzwischen wurde, taugt mir nicht.

    meine empörung galt jedoch sicher weniger der größe der käfige (ich bitte euch! käfige für menschen?! bei uns?! wird das jetzt mode im westen oder wie?!), als der käfige prinzipiell. 2,5 oder 25 spielt da für mich nur eine geringe rolle - auch wenn es wohl ein fehler im eifer des gefechts meinerseits war.

  6. cohu Says:

    Ja, etwas unschön ist das schon. Auch, dass sie die Journalisten nicht sofort lückenlos aufgeklärt haben, wie es in der Halle genau aussieht. Was soll denn das??? Vlt. wäre man mit Containeraufbewahrungen o.ä. und nicht “Käfigen” etwas besser bedient gewesen…
    Aber dass man kurzfristig in Gewahrsam genommen werden darf, ist ja nicht nur bei G8-Demos so, sondern Polizeialltag (die können halt nicht immer einen Richter dabei haben). Die Hauptfrage ist m.E., wie lange die Leute dort festgehalten werden. Wenn es ein paar Stunden sind, sehe ich kein Problem, wenn ganze Tage, dann siehts schon anders aus…

  7. Immer nie am Meer… » Blog Archive » radau! Says:

    [...] richtige weg ist, um seine meinung bei missständen kundzutun. im speziellen fall der vergleich des g8-lagers in rostock mit guantanamo. nun hab ich diesen vergleich irgendwo geklaut (ich glaub, beim spiegel), aber natürlich ist mir [...]

Leave a Reply