Archive for the ‘grundkurs bayerische kulturgeschichte’ Category

derbleckts hascherl.

Saturday, March 11th, 2006

stoibi
wie jetzt? derbleck’n, verarschen oder was?

ja, mal sehen, wer dieses jahr auf dem nockherberg ein “derbleckts hascherl” sein wird. derbleckt wird sicher der stoibi. aber immerhin ist das dann einer, der das wort versteht. gibts denn überhaupt eine adäquate übersetzung für “derblecken“? ich hab es mir vorhin schon überlegt - ich glaub nicht. “verarschen” hat im gegensatz zu “derblecken” keinerlei nette konnotation. “veräppeln” exisitiert nur dieses eine mal hier in meinem vokabular. “zum narren halten” - vielleicht. “aufs korn nehmen” -ja genau, benutz ich täglich. hmmm. kenner der bayerischen sprache, bitte bringt eure vorschläge ein!

ebenso wie “derblecken” scheint das “hascherl” ein überaus bayerisches wort zu sein, wie sonst käme es zu folgender frage via msn:
[10:58] xy: hi ursi
[10:58] xy: was genau heißtn “hascherl”?

naja, ich würd sagen, armes ding, so wie im sinne von ["mei, bist a arm's hascherl, gell?!"]. in keiner anderen weise verwendbar, oder? also, halt schon, wenn man krank ist, aber dann ist man auch gleichzeitig immer furchtbar arm dran. apropos, zahn-update: seit sich gestern der faden gelöst hat und ich ihn während eines telefonats mit g.z. dann ausgespuckt hab, schmerzt es weniger. aber das zahnfleisch tut immer noch weh - oder was auch immer, ich kanns ja nicht lokalisieren, which sucks.

song des tages: i need some fine wine and you need to be nicer von den cardigans.
laune: gut. ziemlich gut. ziemlich wie immer.
sententia: immer nur hascherl sei, is fei aa ned schee.

gegen ende.

Thursday, January 19th, 2006

ja, gegen ende meines studiums blicke ich zurück und überleg grad wie das alles gegen ende vom letzten mal, meiner schulzeit, war. viel fällt mir nicht mehr dazu ein, außer dass wie ganz schön gut gefeiert haben und ich der mündlichen prüfung einen nachmittag am see mit einem kasten bier und dem halben jahrgang vorgezogen hab. und dann war da die offizielle feier. im gegensatz zu manchen anderen personen war ich auf meine eigene schriftlich eingeladen.

mir kann ja jetzt kommen, wer will, mit von wegem “auf dem land groß geworden” oder gar “öäh, burghausen” - aber, eine so hübsche schulaula muss man erst wieder finden:

aula
fast hätte ich hier das abi geschrieben. dann wurde es aber doch das haus, das nur aus werk- und kunsträumen besteht. nein, keine waldorf-schule, sondern das kurfürst maximilian gymnasium in burghausen.

mein damaliger photogtaphie-lehrer (ja hey, musisches gymnasium, da gibts sowas und auch im richtigen zweig erst in der neunten physik!) hat es gemacht und ernsthaft - tolle aula, angeblich eine der schönsten in bayern. aber ich feier auch gern in der schelling 3, in der bumscafete. wann? am 10. februar ;-)
song des tages: das gepiepse von “24″, auf das wart ich nämlich grad.
sententia: gallia est omnis divisa in partes tres.
fazit: humanistische ausbildung, ‘ne tolle sache!
laune: mir ist schlecht. frag mich seit gestern abend wovon.

ned zahna!

Monday, January 2nd, 2006

so, die frage scheint geklärt: [zahnen] heißt bei einer mehrzahl der befragten und comment-schreiber weinen. meine mitbewohnerin kennt ebenso wie ich beide ausdrücke, verwendet [zahnen] jedoch auch nur um ein gewimmer/geheule auszudrücken. vielleicht liegt es an den verschiedenen regionen, ich weiß es nicht. aber so ists. trivial pursuit hat nicht immer recht, beruhigend.

sonst: muss viel lernen, morgen in einer woche bin ich zur privaten quiz-show meines professors eingeladen. was freu ich mich darüber! deswegen heute abend erstmal true romance anschauen.

song des tages: das ganz mozart-requiem, jawoll. nicht zuletzt ist daran der gestrige film schuld.

requiem
todkrank schreibt sich so ein requiem gleich viel leichter.

und das eingeläutete mozart-jahr. und der fakt, dass ich bei dem requiem auf knopfdruck weinen, also [zahnen] könnte. und am rande des wahnsinns war der meister selbst ja auch am schluss.

innerfamiliäre sprachgrenzen.

Monday, December 26th, 2005

es kommt, wie es kommt musste.

wappen

was die conzi noch anpreist als neuerscheinung auf dem büchermarkt, lag bei meiner schwester unter dem christbaum. und ja, ich senke mein haupt - schamesrot, wohlgemerkt. die niederbayern sagen [hei] und auch etwas wie [bi amoi so guad] statt “sei mal so gut”. anhand des [hei]s ließ sich außerdem feststellen, dass die grenze zwischen ober- und niederbayerisch genau meine familie durchläuft. erschütternder geht es zu weihnachten ja kaum noch! in meinen grundfesten erschüttert bin ich, jawoll, nix anderes!

dass der franke ein seltsamer menschenschlag ist, wird umso deutlicher: denn während in ober- und auch niederbayern am 6. dezember der nikolaus vorbeischaut, kommt in nürnberg der pelzmärtel. liebe franken, wer zum teufel soll das denn sein?!

wie auch immer, der kleine sprachatlas ist sehr toll. eine grundlegende frage wurde jedoch nicht geklärt: wieso sagen viele bayern (also ober- wie niederbayern) [ned], ich als grenzwertige oberbayerin aber [neda]? auf die klärung dieser frage warte ich schon lange und bin eigentlich enttäuscht, dass ich damit wohl auch noch weiter warten muss. oder hat da jemand einen lösungsansatz?

naja, ich muss mich also zurückhalten mit der öffentlichen diffamierung des niederbayerischen akzents. hmm, schade eigentlich. aber vielleicht hat ein befragter gar nicht so unrecht und genau diese beiden dialekte - ober- und niederbayerisch - sind sich gar nicht so unähnlich. machen wir doch einfach nochmal den juli 1475 dafür verantwortlich und gehen davon aus, dass es stimmt.

finale klärung der knödelfrage.

knoedel
knödel ist nicht gleich knödel. aber welcher wars bei der wm?

also, ich konnte nun leider nicht eruieren, um welche sorte knödel es sich handelt. die bayern edition von trivial pursuit fragt lediglich: “wieviele knödel verdrückte der aus bayern stammende sieger bei der weltmeisterschaft im knödelessen in nur 45 minuten?” bei google hab ich leider keinen so benannten event entdeckt. ich gehe davon aus, dass es sich um semmelknödel, nicht um marillen- oder gar zwetschkenknödel handelt (bewusst schreib ich semmelknödel, weil würd ichs sagen, würds [semmekneedl] heißen, ohne pluralische semmeln als inhaltsstoff). egal, die antwort lautet zwanzig und einen halben. mehr und mehr bin ich aber von dieser bayern-edition, mit der wir meiner stolzen österreichischen mama ihre wahlheimat bayern näherbringen wollten, enttäuscht: erstens sind da sauviele fragen über die franken drin und zweitens gibt es definitonsprobleme: was beudeutet zahnen? ich hab eine andere defintion als trivial pursuit. also, vorschläge, bitte liebe leser - dann stimmen wir auch demokratisch-bayerisch ab. ähhh, ist das paradoxon?!

song des tages: immer noch virginia jetzt!
sententia bis zum 23.01.: ned hudeln, des gibt depperte kinder.
news: die party gestern, bei der irgendwie 500 leute waren, die man von früher kennt, zerrt an den nerven. 30 prozent hab ich sehr gern gesehen, 30 prozent nicht so gern und 30 prozent sind mir wurscht. manches verändert sich nicht. aber man kann sicher nicht behaupten, dass es besser wird, wenn es anders wird. - aber anders muss es werden, wenn es gut werden soll. oder eben auch nicht ;-) achja, und die haare sind echt ab.

oberbayern - niederbayern.

Thursday, December 22nd, 2005

wie versprochen gibts jetzt den zweiten post. gerade noch vor mitternacht und eigentlich auch nur deshalb, weil das season-finale von nip/tuck noch nicht reingelaufen ist. also, seit ungefähr zwei wochen fühle ich mich mehr und mehr bestätigt:

es gibt klare kommunikationsprobleme zwischen ober- und niederbayern. und ich rede hier gar nicht einmal von den unterschieden zwischen den menschen aus dem münchener umland (obb.) und denen aus dem wald (nb.), sondern vielmehr von allgemeinen sprachunterschieden. wenn bei mir das wasser aus der straße gefriert, dann wirds schlicht und ergreifend glatt. angeblich kursiert aber jenseits der oberbayerischen regierungsbezirksgrenzen ein anderes wort dafür; klingt wie [hei]. wie man das jetzt wirklich schreibt, weiß ich leider nicht, weil es ja auch neu für mein ohr war.

dafür scheint die umgekehrte entwicklung, nämlich die schneeschmelze, dem oberbayern (und auch österreicher) eine eigene vokabel wert zu sein: ausapern. vielleicht ist aufgrund der entfernteren lage zu den alpen, dem schönen schneebedeckten gebirge im süden des einen regierungsbezirks, die schneeschmelze dem anderen leider kein eigenes wort wert. oder zumindest dessen quasi alltäglicher gebrauch ;-)
bester satz der letzten woche, live aus dem café meineid: [nahad hob i dem eine mordstrum von einer dermaßenen fotzn ummeglangt, dass i gmoant hab, des darf gar ned wahr sei.] hmmm. ich denke, der vortragende herr, ein hobby-jäger, kam aus dem großen jagdrevier bayerns: niederbayern. zu schön um wahr zu sein :D
bayern
ein freistaat, zwei regierungsbezirke, viele wörter. ganz toll. zuhause.

song des abends: signed sealed delivered - stevie wonder.
gedanke: ich mag franka potente nicht. und ich fand nach fünf im urwald schon immer doof und denks mir grad wieder - danke für den reminder, südwestfunk. obwohl der ja fast in meiner heimat spielt, neuötting.

grundkurs bayerische kulturgeschichte [1]

Saturday, November 26th, 2005

ich weiß nicht wieso, aber diese woche war extrem dialektlastig. und nachdem ich festgestellt hab, dass einer unserer traditionbewussten vorzeige-bayern nicht weiß, wer der monaco franze ist bzw. fast alles vergessen hat, wird es zeit, ihm und dem rest der welt einen grundkurs in bayerischer kulturgeschichte aufzudrücken: wir amerikanisten wissen, wieviel lernaufwand so ein grundkurs ist, aber es hilft nix und “a bisserl was geht immer”.

bavaria
grundkurs bayerische kulturgeschichte. bavaria passt auf.

eben gerade hab ich die große kletzenbrot-diskussion beendet. von landshut bis burghausen ist man sich einig: kletzenbrot ist früchtebrot. da ists fast schon eine beleidigung, wenn man fragt, ob der andere weiß, was denn kletzen sind.
einziger streitpunkt: sind kletzen nun nur birnen oder allgemein trockene früchte? oder kommt das wort “kletzen” jetzt aus österreich oder doch bayern?

viel interessanter und jahreszeitenunabhängiger: die zeiten- und konjunktiv-frage. [hättma], [waradma] und nicht zuletzt [daradma] sind ganz schlichte konjunktiv-formen des irrealis-geschlechts, die man aber in münchen gut und gern verwenden kann - ohne verstanden zu werden natürlich. gar nicht so schlecht, weil:

[darads a jeder versteh, nahad warads ja nix bsonders mehr!]

sicher ist jedenfalls: dialekte sind für manchen wie ein buch mit sieben siegeln. und wahrscheinlich ists auch gut so - ich versteh ja auch nicht, wenn zwei allgäuer miteinander reden. ganz zu schweigen von anderen sprachformen außerhalb des voralpenraumes und des alpenraumes selbst.

in der nächsten folge: der unterschied zwischen haberer, stenz und tschamsdara. und: erste differenzierung zwischen ober- und niederbayerisch.

song des tages: “da hofa” von wolfgang ambros, der liegt nämlich im schnee. oder beethovens mondscheinsonate.
sententia: na servus. (passt immer)