man mag vermuten, ich lese bevorzugt nur schund. also, schundmagazine. zu einem gewissen teil stimmt es auch. sind wir allerdings inmitten der vorwahlen in den usa, kommt gerne und oft die kleine amerikanistin in mir zum vorschein (und wendet sich damit also ab von den promis aus la). genau aus diesem grund kauft man auch dann gern deutschlands großes, oranges nachrichtenmagazin - nicht zuletzt auch deshalb, weil man oft, in letzter zeit aber immer weniger oft, mit dessen politischer meinung relativ konform ging.
der untertitel “barack obama und die sehnsucht nach einem neuen amerika” klingt ja verheißungsvoll. aber dann, in der titelgeschichte selbst, wundert man sich: was will er mir eigentlich sagen, der spiegel? an obama findet er nichts wirklich gutes (kiffen, koksen, kirche, aber immerhin ehrlich), an hillary auch nicht wirklich (verblasst, überrumpelt von obama) - aber hauptsache er hängt dahinter ein vierseitiges gespräch mit mccain dran. was soll das denn bitte? ich dachte, die haben immerhin noch eine meinung… und ja klar, objektiv bleiben als nachrichtenmagazin, schon klar. dann ist ihnen das mit der objektivität aber auch erst dieses jahr (wieder) eingefallen.

keep on smiling. ich meins ernst. (foto via barack obama)
man kann in deutschland die amerikaner an und für sich eh schon schwer erklären (oh ja, wie oft hab ich eigentlich versucht mein hauptfach damals “amerikanische kulturgeschichte” zu erklären) und dieser tage wird vielleicht sogar manchem dumpfen europäer bewusst, dass es in amerika sowohl eine eigene kultur (deswegen sind die so!) als auch eine eigene geschichte (deswegen haben die auch nur zwei parteien und deswegen wählen viele oft und immer gleich) gibt.
und vielleicht sieht der dann auch ein, dass die usa genau so einen wie obama brauchen. dass es nach acht jahren bush jun. zeit wird für einen, der noch was erreichen will und der ziele hat, die vielleicht nicht so schnell zu erreichen sind wie aufrüsten oder steuersenkungen (ich denke hier besonders an das kyoto-protokoll, dass mccain ja immer noch/schon wieder in frage stellt). vielleicht braucht es einen, der ehrlich ist und einer linie folgt - egal ob schwarz, weiß, frau oder mann. und dass obama als große tugend die der ehrlichkeit hat, das haben inzwischen sogar seine größten zweifler und kritiker erkannt. selbst der spiegel. wohin auch immer der will.
laune: gut.
song des tages: i’ll fly away von o brither where art thou-soundtrack
btw: gefolgen wird nach nyc! es geht im mai mit franziska in den big apple. deluxe!